Schloss Esterházy, Fertőd–Eszterháza

Das „Ungarische Versailles“ verdankt Joseph Haydn seinen Weltruhm: Der geniale Musiker stand vier Jahrzehnte lang im Dienste der Fürsten Esterházy, denen das Schloss und seine Umgebung gehörte, und schrieb einen beträchtlichen Teil seiner Werke zur Unterhaltung der hochadeligen Spieler der Musikabende in Eszterháza und ihrer aristokratischen Gäste. Das Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in vieler Hinsicht nach dem Muster der Habsburger Residenz in Schönbrunn erbaut. Im mittleren Teil befindet sich der legendäre Musiksaal sowie die prunkvolle Sala Terrena, aus der die Besucher unmittelbar in den nach französischem Geschmack angelegten Park hinausgehen können. Früher gehörten auch ein Opernhaus und ein Puppentheater zum Schloss; in den Seitenflügeln wurden die reiche Gemäldegalerie und die Porzellansammlung der Esterházys untergebracht. In der Mitte des Prunkhofes (cour d‘honneur) steht ein Barockspringbrunnen; das schmiedeeiserne Dreifachtor am Eingang ist ein Meisterwerk der Rokokoschmiedekunst. Von den Nebengebäuden sind Folgende auch heute zu sehen: das Grenadiershaus mit zwei Arkaden (die Kaserne der herzoglichen Leibwache), die Reitschule im klassizistischen Stil, das Hofhaus, das einst zur Unterbringung des gemeinen Standes diente sowie das dem Äußeren nach einfache, einstöckige Musikhaus (wo einst Haydn wohnte, der den Posten eines Hofmusikmeisters innehatte). Die einzigartige Atmosphäre der im Schloss veranstalteten Konzerte und der Festivals hat für die Künstler und das Publikum große Anziehungskraft. Alles prädestiniert Eszterháza dafür, die europäische Hochburg des Haydn–Kults und der Haydn–Forschung zu sein.